Polyphasischer Schlaf: Tag 5

Polyphasischer Schlaf: Tag 5

Ich hab die Mitte der ersten Woche hinter mir. Obwohl es sich erst um den fünften Tag handelt, habe ich jedoch viele Beobachtungen zu berichten (hängt vielleicht mit den zusätzlichen vier Stunden zusammen?!).

Nach fünf Tagen stelle ich fest, wo meine Schwachstellen liegen und welche Phasen für mich sehr problematisch sind.

Die wichtigste Nachricht voran: ich bin noch im Rennen. Der Polyphasische Schlaf ist, obwohl mit vielen Umstellungen verbunden, weiterhin relevant für mich. Nun zu meinen Beobachtungen.

Meine Problemphasen

Die wohl qualvollste Zeit des Tages mit dem Polyphasischen Schlaf ist für mich das Aufwachen nach dem Kernschlaf. Mein Körper ist dran gewöhnt, dass um vier Uhr eigentlich ein tiefer Schlaf stattfindet. Das Aufhalten der Augen war während der nächsten Stunden kaum möglich.

Eine große Hilfe sind mir Spaziergänge. Die kalte Winterluft hält meine Augen wach und gibt mir die Möglichkeit, klare Gedanken zu fassen. Halte ich mich in den frühen Stunden in der Wohnung auf, so ist permanentes Kämpfen gegen den Wunsch nach Schlafen angesagt.

Interessant zu beobachten ist, dass ich, sobald die Arbeit gegen 9 Uhr beginnt, scheinbar den ersten Powernap gar nicht benötige. Der Wunsch nach Schlaf scheint plötzlich zu verschwinden. Trotz dessen lege ich mich hin, um den notwendign Rhythmus zu behalten. Auch wenn ich dabei nicht immer einschlafe, so schule ich doch damit meinen Körper auf die vorgegebene Zeit.

Die restliche Zeit des Tages kann ich überraschend gut überstehen. Anders als ich vermutet hatte, machen mir die fehlenden vier Stunden gar nicht so viele Probleme. Ich bin zwar müde, dafür aber trotzdem konzentriert und gut bei der Arbeit. Sollte sich nach der Eingewöhnungsphase eine weitere Leistungssteigerung ergeben, wäre das ideal.

Etwas problematisch wird es manchmal in den letzten 90 Minuten vor dem Powernap. Gegen 23:30 winkt mein Körper dem Schlaf entgegen. Das Lesen von Büchern ist dann nur mit großer Anstrengung und regelmäßigen Positionswechseln möglich.

Appetit und Wohlbefinden

Nachdem ich zu Beginn mit Problemen zu kämpfen, kann ich nun relativ gut mit der Nahrungseinnahme zurechtkommen. Meine „Essenszeiten“ sind direkt nach dem Aufstehen um 4 Uhr, normal am Mittag und Abends gegen 19 Uhr zu finden. Die Orientierungslosigkeit, die ich zu Beginn hatte, hat sich geklärt.

Ebenfalls problematisch war eine Übelkeit, die in der ersten Zeit nicht nachließ, mittlerweile jedoch weitgehend verschwunden ist.

Körperlich gesehen geht es mir, meiner Beobachtung, eigentlich gut. Abgesehen von dem Wunsch nach Schlaf und hin und wieder auftauchenden Kopfschmerzen, fühle ich mich wohl.

Meine ToDo-Liste

Ich habe festgestellt, dass ich direkt nach der Kernschlafphase kaum zum Lesen oder Schreiben fähig bin. Genutzt habe ich die Zeit hin und wieder fürs Aufräumen. Um die Zeit besser verwenden zu können, habe ich mir eine ToDo-Liste angelegt, in der ich nach offenen Aufgaben suche und diese in der Nacht abarbeiten will. Diese Liste wird in einigen Stunden zum ersten Mal getestet.

Genutzt wird für die Technik die iPhone-App Sooner. Hier habe ich neben praktischen Tätigkeiten, wie z.B. das erwähnte Aufräumen, auch das Erledigen von handwerklichen Arbeiten eingetragen. Da Nachts kein Bohren und Hämmern möglich ist, widme ich mich kleinen Reparaturen, die im Alltag einfach liegen bleiben.

Kleine Rückschläge

Ich muss zu meiner Schande zugeben, dass ich den Everyman des Polyphasischen Schlafs nicht komplett durchgezogen habe. Ich hatte immer wieder festgestellt, dass ich in meinen Powernaps nicht schlafen konnte, hatte auf der anderen Seite nicht den Wunsch, mehr als 30 Minuten auf ein Einschlafen zu warten.

Durch die fehlenden Schlafphasen hatte mein Körper, meiner Vermutung nach, nach dem Kernschlaf besondere Probleme mit dem Aufstehen. War der Zustand schlimm, habe ich mir einige Powernaps gegönnt und in den Morgenstunden einige zusätzliche Minuten geschlafen.

Diese Ausnahmen kann ich jedem empfehlen, der den Everyman testet und dabei merkt, wie der Körper an seine Grenzen kommt. Das Berauben von Schlaf ist auf Dauer schädlich. Sind alle Reserven verbraucht und der Mensch ausgelaugt, kann es zu ernsthaften Problemen kommen. In solchen Fällen ist rechtzeitiges Schlafen notwendig.

Zu sehen, wie mein Körper mit dem Polyphasischen Schlaf umgeht, ist für mich eine wertvolle Erfahrung, die ich nicht missen will. Hier lerne ich die Grenzen meines Körpers bezüglich des Schlafs kennen. Ich merke, wie meine Konzentration nachlässt, wie ich schneller gereizt werde und in manchen Fällen mein Verhalten gegen meine sonstigen Gewohnheiten schlägt – Auswirkungen, die sich nach der Eingewöhnung hoffentlich einstellen.

Ich plane meinen Versuch bis auf weiteres nicht einzustellen. Gespannt bin ich auf das Wochenende, das ich sonst zum Ausschlafen genutzt hatte.

Warum ich meinen Schlaf ändere

Immer wieder fragen mich Menschen, warum ich das Polyphasische Schlafen durchziehe und meinen Körper damit quäule. Mein Hauptgrund ist der Gedanke, dass ich dadurch einen hohen Zeitgewinn habe. Diesen merke ich bisher nicht wirklich, da ich mich durch die Morgenstunden qäule, doch arbeite ich auf das Ziel hin, dass es in einigen Wochen nicht mehr so sein wird.

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