Buchbesprechung: Wie viel ist genug von Robert & Edward Skidelsky

Buchbesprechung: Wie viel ist genug von Robert & Edward Skidelsky

Ich stieß vor einer Weil auf ein interessantes Buch mit dem Titel „Wie viel ist genug?“, einem Werk von Robert & Edward Skidelsky. Die beiden Autoren beschäftigen sich dabei mit der bisherigen Entwicklung des Wohlstands und werfen einen kritischen Blick auf die Richtung des 21. Jahrhunderts.

Wie viel ist genug? Diese Frage lässt sich nur schwer beantworten. Sie lässt sich nicht in einem monatlichen Gehalt ermitteln, nicht in einer bestimmten Menge an Nahrungsmitteln, die jederzeit bereitgestellt werden. Nein, die Frage nach „Wie viel ist genug?“ spontan zu beantworten ist wohl kaum möglich.

Robert und Edward Skidelsky gehen in ihrem Buch über die zahlreichen Meinungen der letzten Jahrhunderte bzgl. einer gesunden Kultur und ziehen dabei immer wieder Vergleiche zum aktuellen Stand. Bereits nach den ersten Seiten wird Lesern klar, dass sich unsere Gesellschaft in eine falsche Richtung entwickelt hat – und noch immer entwickelt.

Doch was ist eigentlich das Problem, warum kann sich eine Gesellschaft, deren durchschnittliches Einkommen sich in den letzten Jahrzehnten mehr als verdoppelt hat, nicht eine soziale Umgebung aufbauen, in der für alle Menschen gesorgt ist? Robert und Edward Skidelsky kommen zum Entschluss, dass es die vernachlässigten Werte sind, die die Welt nicht so sozial machen, wie sie längt hätte sein können.

Ein gutes Beispiel hierfür findet sich in einer Umfrage bei Bankern in Großbritannien. Hier waren viele der befragten Personen davon überzeugt, dass sie in ihrem Job überbezahlt sind – und Lehrer unterbezahlt. Es liegt also nicht der Einsicht für eine falsche Verteilung, sondern vielmehr um die nicht vorhandene Bereitschaft den Status Quo zu ändern. Laut den Skidekskys fehlt somit der Mut zur Veränderung.

Doch bevor Verändung möglich ist, müssen Menschen, egal ob Banker, Lehrer oder Selbstständige, die Frage „Wie viel ist genug?“ bezogen auf den aktuellen Lebensstandard beantworten müssen. Widmen sich ganze Staaten diesem Thema, so kommen die bekannten Maßnahmen, wie das Grundgehalt, ins Spiel.

Glück – das Maß

Robert und Edward Skidelsky gehen in „Wie viel ist genug?“ auf einen wichtigen Faktor zur Beantwortung des Titels ein: Glück. „Glück kann man sich nicht kaufen“ lautet ein Sprichwort, das auch durch Studien unterstützt wird. Im Gegenteil: Den Tests einiger Forschern nach werden Menschen erst dann glücklich, wenn sie ihr Geld an andere verschenken.

Es gilt zu untersuchen: Was macht Menschen glücklich? Stoßen wird man auf grundlegende Faktoren, wie Sicherheit, Anerkennung und Friede sowie ein umweltbewusster Umgang mit der Natur. Diese Punkte lassen sich nicht mit einem Einkommen im fünfstelligen Bereich erreichen, sondern ergeben sich aus dem Alltag. Mehr Geld zu haben, als man ausgeben kann, ist somit keinesfalls der Weg zum Glück.

„Wie viel ist genug“ ist für mich ein interessantes Buch, das ich in den nächsten Jahren sicherlich wieder und wieder zur Hand nehmen werde. Denn darum geht es ja: Zurückzublicken, zu untersuchen, wie man sich entwickelt hat, und ggf. Korrekturen vorzunehmen.

Erhältlich ist „Wie viel ist genug?“ (ISBN: 978-3-88897-822-7) beim Verlag Antje Kunstmann.

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