Rezension: „Hört auf zu arbeiten!“ von Anja Förster und Peter Kreuz

Rezension: „Hört auf zu arbeiten!“ von Anja Förster und Peter Kreuz

Ich beschäftige mich schon seit einiger Zeit mit der Frage, wie Leidenschaft und Arbeit verbunden werden kann, wie aus dem Job-zwecks-Geldbeschaffung eine Tätigkeit wird, die Sinn macht. Passend dazu erhielt ich kürzlich vom Pantheon-Verlag das Buch „Hört auf zu arbeiten! – Eine Anstiftung, das zu tun, was wirklich zählt“ von Anja Förster und Peter Kreuz.

Hört auf zu arbeiten! Dieser Titel lässt einen schnell vermuten, dass Anja Förster und Peter Kreuz zum Runterfahren von Computern und Schließen von Büros zum Wandern und Reisen aufrufen. Wer den Untertitel liest kommt dem Thema des Buches jedoch näher: „Eine Anstiftung, das zu tun, was wirklich zählt“.

Nicht irgendetwas, sondern sinnvolles tun

Arbeiten um Geld zu verdienen? Mit dieser Einstellung sind Burnouts und fehlende Begeisterung für Arbeit nachvollziehbar. Denn wer so sein Leben führt wird eines Tages auf viele Jahre zurückblicken, in denen man täglich 8 oder 9 Stunden verschwendet hat, um am Ende des Monats etwas Geld auf dem Konto zu haben.

Anja Förster und Peter Kreuz beginnen eben da, wo der Gedanke für so ein Leben rund ums Geldverdienen anfängt: dem Bildungssystem. Es geht um Frontalunterricht, um mehr und mehr eingeschränkte Lehrsysteme und zunehmend standardisierte Schüler.

Was dabei kritisiert wird, zeigt unter anderem ein vorgestellter Test der NASA. Bei diesem Test wurden über 1500 Kinder gebeten aufzulisten, wofür man alles einen Ziegelstein verwenden kann (Türstopper, Buchstütze und mehr). Ähnliche Tests zeigten dann die Kreativität der Kinder, die einen Ziegelstein nicht nur als ein Element einer Mauer oder eines Gebäudes sahen.

Während die Kinder mit 5 Jahren zu über 95 Prozent die Auszeichnung für besondere Kreativität erhielten, sank der Wert einige Jahre später auf 30 Prozent, noch später auf nur noch 2 Prozent. Was daraus gesehen wird? Irgendetwas im Bildungssystem scheint die angeborene Kreativität von Menschen zu dämpfen. Das Problem: Kreativität wird später von den meisten Unternehmen in den Stellungsausschreiben gefordert. Was läuft hier schief?

Für Anja Förster und Peter Kreuz ist das Bildungssystem veraltet. Es wird größtenteils noch so unterrichtet, wie vor einigen Jahrhunderten im Mittelalter, kreatives Denken ist unerwünscht, obwohl es später eigentlich so wichtig sein soll.

Im System – aber dennoch sinnvoll Arbeiten

Es geht um Leidenschaft, gleichzeitig das zu tun, was wirklich zählt. Erst so, meinen die Autoren, kann sinnvoll gearbeitet werden. Als Negativbeispiel wird ein Programmierer genannt, der aus seinem Job aussteigt, Seminare gibt und eine App schreibt. Er kommt finanziell kaum über die Runden. Kann dass das Ziel sein? Freies Arbeiten, dafür Bangen um die Zukunft?

Eben bei dieser Frage zeigt sich das Prinzip des Buches. „Hört auf zu arbeiten!“ lässt sich schwer in die Ratgeber-Kategorie einordnen, vielmehr ist es, wie der Untertitel sagt, „Eine Anstiftung, das zu tun, was wirklich zählt“. Eine konkrete Erklärung wie das gelingt, findet man kaum.

Endlich aktiv werden – aber wie?

Was ich aus dem Buch lese ist, als erster Schritt, das Anerkennen des aktuellen Prinzips der Wirtschaft als Falsch. Es geht nicht nur um Geld, ein Job sollte, da er 40 Stunden die Woche einnimmt, nicht abzusetzen sein, sondern begeistern und Freude machen – gleichzeitig aber auch sinnvollen Tätigkeiten nachzugehen.

Vielleicht findet man keine konkrete Schritte in „Hört auf zu arbeiten!“, weil die jeweiligen Lebenssituationen von Menschen einfach zu verschieden sind. Manche lieben es anderen zu helfen, andere produzieren gerne, wiederum andere lehren gerne.

Ich kann euch das Buch sehr empfehlen. Liest es euch mal in den ruhigen Winterwochen durch und überlegt, wo ihr mit eurem Job derzeit steht. Ist es vielleicht Zeit etwas zu ändern? Vielleicht passt aber alles? „Hört auf zu arbeiten!“ gibt euch aber auf jeden Fall den Ansporn dazu.

Ihr findet das Buch (978-3-570-55189-9) beim Pantheon-Verlag für 14,99 Euro. Parallel dazu gibt es das eBook für 11,99 Euro.

© Coverbild: Pantheon Verlag

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